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TRAUERBEGLEITUNG
Das
Trauercafé

Alle
14 Tage öffnet das Trauercafé des Neuwieder
Hospizvereins seine Türen.
Heute werden die Trauernden von Ingrid Hillen (3. v. li)
und Ingrid Speyer (2. v. li.) begleitet.
„Ich bin froh,
wenn wieder Montag ist und ich ins Trauercafé gehen kann.
Dafür werden alle anderen Termine abgeblasen",
erzählt eine Teilnehmerin des Trauercafés, das der
Neuwieder Hospizverein Ende 2005 ins Leben gerufen hat. Genau wie die
anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat auch diese Frau einen
geliebten Menschen verloren – die einen trauern um ihren
Partner, andere um die Mutter, den Vater oder das eigene Kind. Der Tag,
an dem sich ihr Leben schlagartig verändert hat, liegt
unterschiedlich lange zurück – einen Monat, ein Jahr
oder noch länger. Doch für jeden von ihnen ist dieser
Tag noch sehr lebendig, denn er hat eine große Lücke
in ihr Leben gerissen, eine Lücke, die nur langsam wieder
geschlossen werden kann. „Manchmal denke ich, dass ich mein Leben wieder ganz gut im
Griff habe, doch dann kommen Situationen, die mich total
herunterreißen“, bekennt eine der Teilnehmerinnen
offen.
Jeder
macht Ähnliches durch
An ihren ersten Besuch
im Trauercafé können sich die meisten noch sehr gut
erinnern. „Ich habe lange überlegt und meine Tochter
gefragt, was sie von diesem offenen Treffen hält", sagt eine
Dame, die ihren Mann verloren hat. Die Entscheidung, den Weg in die
Neuwieder Marktstraße zu wagen, habe sie viel Kraft gekostet.
Schnell hat sie gemerkt, dass
sie hier unter ihresgleichen ist. Hier braucht sie sich und ihre
Gefühle nicht zu erklären, jeder macht
Ähnliches durch. „Hier darf ich weinen, ohne mich zu
schämen. Ich habe das Gefühl, mit meiner Trauer nicht
alleine zu sein“, resümiert sie.
"Alleine
hätte ich das nie gemacht"
In den
Räumlichkeiten des Ambulanten Hospizes können die
Trauernden erste kleine Schritte zurück ins Leben wagen.
Freundschaften entstehen, und so berichten drei Besucher, dass sie am
gestrigen Sonntag gemeinsam Kaffeetrinken waren. „Alleine
hätte ich das nie gemacht“, so eine der Damen.
Einige der Teilnehmer telefonieren zwischen den Treffen
regelmäßig miteinander. „Wenn ich mal
wieder einen Durchhänger habe, tut es mir gut, mit den anderen
zu reden. Erst letzte Woche habe ich mit einer Teilnehmerin fast drei
Stunden telefoniert.“
Trauernde
treten aus ihrer Isolation
Die Idee zum
Trauercafé hatten drei ehrenamtliche Hospizhelferinnen.
„Wir spürten, daß Angehörige nach
dem Tod einen geschützten Ort brauchen, an dem sie
über ihre Trauer reden können“, so Ingrid
Steyer, eine der Initiatorinnen. Und so öffnet sie gemeinsam
mit Ingrid Hillen und Hetty Schwickart regelmäßig
das Trauercafé. „In den Dörfern treffen
sich die Trauernden auf dem Friedhof, in der Stadt gibt es diese
Möglichkeit häufig nicht. Daher kommen die Trauernden
zu uns und brechen damit ihre Isolation auf", fügt Ingrid
Hillen hinzu. Sie hat – wie auch ihre beiden Kolleginnen
– eine umfassende Fortbildung in Trauerbegleitung absolviert.
Erinnerung
an schöne Erlebnisse helfen
Themen sind bei den
Treffen nie vorgegeben. Jeder berichtet über das, was ihn
gerade bewegt. „Da wird gelacht, aber auch
geweint“, so Ingrid Steyer. Die Trauernden bauen sich
gegenseitig wieder auf, geben sich Kraft und Halt. Hier versteht jeder
die Probleme des anderen: Der eine kann keine Musik mehr
hören, weil es ihn an den gemeinsamen Tanz mit seiner
verstorbenen Frau erinnert. Die andere hat ständig den
Fernseher an, um sich abzulenken, oder hat Probleme, alleine im
gemeinsamen Schlafzimmer zu schlafen. Eine andere überlegt, ob
sie die Kleidung ihres verstorbenen Gatten jetzt abgeben darf. Und eine
der Teilnehmerinnen berichtet von Freunden, die von ihr verlangen,
„wieder normal" zu werden.
Jeder der Teilnehmenden
kennt auch das schlechte Gewissen, das sich einstellt, wenn es ihnen
einmal gut geht, wenn sie von Herzen lachen. „Dann denke ich
jedes mal, dass ich dazu kein
Recht mehr habe". „In solchen Momenten erinnere ich mich
immer an die schönen Dinge, die ich mit meinem Mann erlebt
habe. Und davon gab es viele", ermutigt eine Teilnehmerin.
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TERMINE
Gesprächskreise
für trauernde Angehörige
Die Trauergruppe als ein
thematisch gestaltetes Angebot, ermöglicht Trauernden die
eigene Lebens- situation zu reflektieren, aus verschiedenen
Perspektiven zu betrachten und weitet damit den Blick für die
Möglichkeiten der eigenen Entwicklung aus der Trauererfahrung.
Unter der Leitung von Fr. Dr. Sylvia Brathuhn trifft sich die
Gruppe einmal im Monat,
jeweils donnerstags.
Die nächsten
Termine:
12.01.|09.02.|22.03.|05.04.|
03.05.|31.05.|05.07.2012
Zeit: 18:00 -
20:15 Uhr
Kosten: 5 € pro
Treffen
Leitung:
Dr. phil. Sylvia Brathuhn
Ort:
Geschäftsstelle des Neuwieder Hospiz e.V.,Willi-Brückner-Str. 1, 56564 Neuwied
In Kooperation mit der ev. mobilen
Familienbildungsstätte Neuwied.
Treffen zum Trauern
für Mütter und Väter
Mütter
und Väter, die um ein Knd trauern, das sie während der
Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach verloren haben,
treffen sich monatlich zu einem Gesprächskreis in den Räumen
des Hospizvereins Neuwied, Willi-Brückner-Str. 1.
Infos bei Christa Schürmann, Tel. 02602-9494813, oder bei Manfred Hübinger, Tel. 02631-987514, von der Caritas.
Die nächsten Treffen sind:
19.10. 2011
Beginn um 19.30 Uhr
Trauercafé im
Kloster Ehrenstein
Im
Kloster Ehrenstein findet einmal im Monat ein
Trauercafé statt. Es richtet sich an trauernde Menschen in
und um
Neustadt und findet
in den Räumen des Klosters Ehrenstein statt; Kreuzbrüderweg 2, 53577 Neustadt-Ehrenstein.
Termine bis Mitte 2012
bis März von 14.00-16.00 Uhr:
11.01.|08.02.|07.03.2012
ab April von 15.00-17.00 Uhr:
04.04.|02.05.2012
Für
die Besucher des Trauercafés entstehen keine Kosten, der Besuch
ist völlig unverbindlich. Eine An- und Abmeldung ist erforderlich
unter Tel. 02635-6200.
Trauercafé in Neuwied
Unser
offenes Angebot für Trauernde eröffnet Ihnen die
Möglichkeit, einander kennen zu lernen und sich mit
ähnlich empfindenden Menschen auszutauschen.
Als
Ansprechpartnerinnen und Organisatorinnen stehen ehren- amtliche
ausgebildete Trauer- begleiterinnen zur Verfügung.
Es
findet jeweils
montags
in den geraden Wochen
von 15:30 bis
17:30 Uhr
statt. Die nächsten Termine:
09.01.|23.01.|06.02.|05.03.|
19.03.|02.04.|16.04.|30.04.|
14.05.|11.06.|
25.06.2012
Ort:
Geschäftsstelle des Neuwieder Hospiz e. V., Willi-Brückner Str. 1,
56564 Neuwied
Eine Teilnahme ist
kostenlos, unverbindlich und ohne vorhergehende Anmeldung spontan
möglich!
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